DER ETWAS ANDERE WEIHNACHTSBAUM

von Adelheid Kamin (Kommentare: 0)

Da Isolde Kerndl immer unglücklich war, wenn der Nadelbaum in der Stube recht bald, sehr zu ihrem Ärger, die Nadeln fallen ließ, bekam sie eines Tages den Rat, sich doch eine Fehra (sprich Föhre) als Christbaum zu nehmen.

Eine typische G'schicht' im Stil unserer Grande Dame der Waldviertler Mundart, von allen liebevoll nur "die Kerndlin" genannt. 

Viel Spaß beim Lesen und vielleicht stehen nächstes Jahr schon "Fehra als Christbam" in einigen Langschläger Häusern!

Das Team vom lebendigen Langschlag wünscht euch wunderschöne Weihnachtsfeiertage!

 

DE WEIHNACHTSFEHRA (FÖHRE)

Jåhrlang håb' i a Fehra zum Christbam aufg'stellt und mit Strohsterndln aufputzt. Des Bamerl wår net so leicht zum Finden und i håb jå z'erst den Waldbesitza fråg'n müass'n, ob i mir a Fehra hol'n derf. De Meran håbn jå g'sågt.

Dann is a in da Stub'n g'ståndn - stolz, sche' - aussaputzt. Er håt lang g'hålt'n, oft bis nåch Dreikönig. Koane Nådeln håt sei' buschiga Pelz fållenlossen - koan Dreck håt a g'måcht und jung und frisch håt er ausg'schaut, oft bis Mitte Jänner. Dånn håt eahm da Opa z'såmmg'schnitt'n und mia håb'n eahm - den stolz'n Bam - vabrennt im Kuchlof'n.

Der schene Bam - kimmt ma vür wia so mancha Mensch. Stolz steht a do - net oa Nådl låsst a fålln - a net für de Oaman - frisch und sche' schaut a aus, mit sein Pelz protzt a sich. Åba oamål kimmt de Zeit, dass ma eahm a vielleicht vabrenna låss'n müass'n!

© 2020 Isolde Kerndl

 

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